Give me more, more, more…

By tina englisch

Eine Partnerschaft besteht aus – Geben und Nehmen…sagt man. Ist auch so, nur leider wird dieses Geben und Nehmen oft anders verstanden, als es tatsächlich gemeint ist.

Was bedeutet es nun – Geben und Nehmen in einer Beziehung? Allgemein glauben wir, wir geben unserem Partner und haben somit das „Recht“ darauf, dass unser Partner uns was zurückgibt. So funktioniert das ja auch im Geschäft…wir gehen in ein Geschäft, kaufen eine Flasche Wasser, gehen zur Kasse und bezahlen. Ich bekomme eine Flasche und gebe Geld. In dieser „Beziehung“ ist das selbstverständlich, die Veräuferin fordert quasi die Gegenleistung Geld im Austausch für unser Wasser. Das funktioniert genauso – in jeder Geschäftsbeziehung.

Und weil es in der Geschäftswelt so gut funktioniert, versuchen wir, dieses Schema 1:1 auf unsere Partnerschaft zu übertragen… mit – oh Wunder – dem Resultat – es funktionert nicht. Auch in Partnerschaften besteht die „Beziehung“ aus geben und nehmen, allerdings nicht dem Eingeforderten, sondern dem Freiwilligen. Beide Partner bringen in die Beziehung ein, was sie freiwillig gerne möchten, und das „Nehmen“ des Gegenübers besteht darin, sich an den freiwillig erbrachten Dingen zu erfreuen. Nichts ist selbstverständlich, alles eine freiwillige „Leistung“ aus Liebe zum anderen. Wir haben einfach nicht das Recht zu sagen – ich habe x gegeben, dafür bekomme ich y, ausser, wir haben es vorher so vereinbart.

Sehen wir Partnerschaft so, so besteht unser Geben aus Liebe, und unser Nehmen aus Liebe des anderen. Indem wir nehmen, was uns der andre gibt, nehmen wir seine Liebe an. Mehr ist nicht nötig. Jede weitere Forderung, die nicht freiwillig vom anderen kommt, fordert rein theoretisch eine Gegenleistung usw. Damit machen wir unsere Liebe unfrei, wir stellen sie hinter Bedingungen… und bringen sie somit zum Scheitern.

Zusammenfassend gesagt: wer liebt, der gibt… freiwillig. Es ist durchaus hilfreich, zu kommunizieren, was wir gerne hätten, denn oft scheitert das erfolgreiche Geben daran, dass unser Gegenüber nicht weiss, was wir gerne hätten. Wenn jedoch auch dann „zu wenig“ gegeben wird, dann kann es sein, dass wir einfach einen Partner erwischt haben, dessen Ideen von Geben und Nehmen sich soweit von den unseren unterscheiden, dass es nicht funktionieren kann. Hier gilt es, einen Versuch zu wagen: wir hören einfach auf, mehr zu geben, und geben anstatt mehr, weniger. Der Partner sollte das bemerken und seinesgleichen mehr geben. (Oft denken wir, wenn unser Partner bereitwillig viel gibt, dass wir selbst in der Vergangenheit genug gegeben haben, und legen uns für eine kurze Zeit zur Ruhe). Sollte auch das nicht zum gewünschten Erfolg führen, ist wohl jedes weitere Bitten auch nicht zielführend und es bleibt uns nur, uns nach jemandem umzusehen, der unsere Bedürfnisse besser erfüllt und unser Herz damit berührt…

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