Aber wieso? Besonders Internet-Dating-Interessierte kennen das Phänomen… wir lernen einen Menschen übers Netz kennen, haben diese Person vorher allerdings noch nie gesehen… wir schreiben, und schreiben… und alles ist – einfach unglaublich. Wir scheinen auf einer Wellenlänge zu sein, und alles passt wie füreinander gemacht. Voller Vorfreude gehen wir aufs erste Date und dann? Nichts. Schon im ersten Moment merken wir – das ist nicht das, was wir suchen. Aber wie gibt’s das? Kann das sein, dass die „Magie der Worte“ bereits in den ersten Sekunden schwindet, und wenn ja, wieso?
Dazu muss man wissen, dass die Sprache an sich nicht nur aus der verbalen Kommunikation besteht, sondern sich vielmehr aus Tonalität, Mimik, Gestik – also der Körpersprache – zusammensetzt. Diese Komponenten setzen sich in folgendem Verhältnis zusammen:
rund 7% verbale Kommunikation, also das gesprochene Wort
rund 12% Tonalität, also die Tonlage, Sprachmelodie und Lautstärke
rund 81% Körpersprache – Gestik, Mimik, Abstand und Haltung
Im Internet lernen wir NUR und ausschliesslich die Worte kennen. Wir sehen unser Gegenüber nicht, sehen keine Bewegungen, hören keine Töne… dh, dass wir uns eigentlich nur mit 7% von möglichen 100% unterhalten. Das mag zwar für eine kurze Zeit ganz nett sein, gibt uns aber keineswegs Aufschluss über unser Gegenüber. Auch gleiche Träume, gleiche Wertigkeiten, was auch immer uns als „Ideal“ scheint, muss in der Realität keinen Bestand haben, wenn die verbleibenden 93% der Kommunikation einfach nicht „passen“. Wir entscheiden mit ALLEN SINNEN, und deshalb letztlich ein noch sehr wichtiger Faktor… die Nase. Was unser Näschen nicht riechen kann, kommt auch nicht in unser Bett.
Deshalb sei an dieser Stelle vorausgeschickt: Internet-Dating und sonstige Formen von „Blind“-Dates – bitte gerne, nur trefft Euch möglichst bald, es ist schade, wenn zu schöne Illusionen an der bitteren Wirklichkeit zerbrechen. Und wenns gut geht? Warum dann so lange warten…? ☺