Zugegeben, ich beschäftige mich beruflich auch mit dem Thema Flirten, oder sagen wir mal – dem Beenden des Single-Daseins. Aber was ich da von Kollegen immer öfter lesen, hören und sehen muss, das dreht doch dem stärksten Erdferkel den Magen um…
Sie wachsen aus dem Boden wie Unkraut: Flirtseminare, Flirttrainings, Flirttrainer, Flirt“doktoren“ oder wie auch immer die Betroffenen sich nennen mögen. Und sie verkaufen? Die Kunst zu Flirten. Also – genaugenommen eine Strategie, wie mann oder frau beim anderen (oder gleichen; obwohl ich gestehe, dass ich nicht weiss, ob das auch zum Programm zählt) Geschlecht landen kann. Und zugegeben, diese Strategien funktionieren auch. Für so ca fünf Dates, denn dann wird aus dem supercoolen Macho wieder der kleine Maxi, der eigentlich trotzdem immer noch zu Hause wohnt, oder der geldgetriebene Workaholic, der für Beziehung eigentlich keine Zeit hat. (Anmerkung: hier sind natürlich nur zwei Beispiele aufgezählt, die Möglichkeiten der Rückverwandlung sind vielfältig und unbeschränkt.)
Und dann? Dann heisst es – goodbye Zicke (männlich sowohl als weiblich) und auf zum nächsten potentiellen Flirt-Opfer. Welch grosses Wunder, dass da so manch einer das Vertrauen in das andere (oder gleiche) Geschlecht verliert…
Aber noch viel schlimmer: man stelle sich folgendes Szenario vor (in dieser Version für Frauen, anders geschlechtliche oder anders orientierte ersetzen die Geschlechtsbezeichnung bitte beliebig): alle, wirklich alle Männer dieser Welt besuchen genannte Seminare. (gut für die Anbieter…). Wie langweilig?! Welche Frau will das? Vorprogrammierte Roboter steuern die Auserwählte(n) in einer Bar an und jeder einzelne macht… das was alle machen. Massentauglichkeit statt Individualität. Gut, man sagt ja, wer nicht für sich selbst denkt, ist leicht lenkbar… also könnte es doch auch für die Damen lustig werden, wenn sie den Anspuch auf Liebe herunter schrauben…
Flirtseminare in allen Ehren, aber sie können niemals eine wahre und individuelle Persönlichkeit ersetzen… Vielleicht besuchen sie lieber mal ein Personal Branding (ich hätte da eine gute Adresse) und vermischen das dann mit Flirttipps (auch hier kann ich gerne weiterempfehlen) – und legen dann los. Als SIE SELBST… und sind damit auch erfolgreich!
April 6, 2011 um 1:10 pm |
Hallo Tina,
tja solange der Mann seine eigenen Fähigkeiten nicht erkennt wird er sie auch nicht nutzen können. Nur mit der Erkenntnis über die eigenen Stärken, diese weiter zu entwickeln und dann ein Flirt-Seminar zu besuchen macht Sinn. Aus einem introvertierten Mann wird nicht so schnell ein extrovertierter. Aber beide Typen haben Stärken und werden, wenn sie erfolgreich eine Frau verführen wollen unterschiedliche Frauen-Typen ansprechen und genauso unterschiedliche Flirttipps nutzen müssen, sonst gehts in die Hose.
Und dann noch das Vorurteil, dass Machos mehr Frauen ins Bett kriegen. Sind sie deshalb besser oder schlechter, nein nur anders. Wer mit nur einer Frau glücklich werden will muss sein Jagdziel anders formulieren und vorgehen. Er kann deshalb genauso viel oder noch mehr Spaß haben, nicht nur beim Sex.
Viele Grüße
Holger
April 6, 2011 um 8:02 pm |
richtig, genau deshalb sag ich ja: personal branding first, dann klappts auch mit dem flirten – nämlich als der, der du wirklich bist.
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